Zusammenfassung der Blüte an Fargesia nitida



Mehr und mehr häufen sich die Blühmeldungen an den unterschiedlichen Klonen von Fargesia nitida, dem bei uns so beliebten Fontänenbambus, wie ihn Karl Förster genannt hat. Nach allen vorliegenden Erkenntnissen wird auch Nitida die Blüte nicht überleben.
Warum sollte ausgerechnet diese Art die Blüte überleben, wenn bekannt und belegt ist, dass alle Fargesien durch eine Vollblüte so geschwächt werden, dass sie nicht überleben können. (Monocarphe Pflanzen vermehren sich nur durch Samen)

Die 1886 im südlichen Teil der chinesischen Provinz Gansu von Herrn Berezowski gesammelten Samen wurden über den Botanischen Garten in
St. Petersburg in Europa verteilt. Bereits Ende der 70er Jahre erreichten uns aus China Blühmeldungen an den Naturstandorten bei Nitida und anderen Fargesien. Bis Ende der 80er Jahre soll Nitida in allen Verbreitungsgebieten geblüht haben und abgestorben sein. Auch der Große Panda musste in einigen Regionen darunter leiden, auch wenn er sich nicht ausschließlich von den Blättern der Fargesien ernährt. Inzwischen haben sich die durch Samen entstandenen Bestände an den Naturstandorten wieder gut aufgebaut.
In England blühte bereits 1993 ein bei uns nicht verbreiteter Klon, der schon im 2. Jahr abgestorben ist. Seit 1996 blühen die Klone aus dem Park von Wakehurst/Südengland. 1995 begannen die ersten Pflanzen von Nitida in Dänemark zu blühen. Im Frühjahr 1999 begann die Blüte an Fargesia nitida 'Chennevieres'. Ab 2001 häufen sich die Blühmeldungen an Fargesia nitida.

Die Blüte an Nitida verläuft im Wesentlichen nicht anders, als bei Murielae. Auch bei dem Gartenbambus wurde beobachtet, dass die Blüte von Standort zu Standort sehr unterschiedlich verlief. Es gab Plätze an denen die Blüte anfangs sehr zaghaft, nur andeutungsweise begann, während die Pflanzen an anderen Standorten sofort in Vollblüte kamen. Auch Murielae hat nicht an allen Plätzen keimfähige Samen produziert und es ist bisher keine Pflanze bekannt, die Blüte überlebt hat. Nach den ersten Blütenansätzen mit dicken Knospen (Vorstadium der Blüte) sehen die Horste von Nitida durch das Flammenmeer von Blüten und dunklen, rötlichen bis gelblichen Halmen zwar sehr dekorativ aus, verlieren aber schnell ihre Laubmasse und sterben in der Regel schneller ab, als die Pflanzen von Fargesia murielae.
Der Blührhythmus der Fargesien wird in der Fachliteratur mit 80 bis 120 Jahren angegeben. Die Samen von unseren Nitida-Formen wurden vor 115 Jahren gesammelt. Da liegt es nun hoffentlich für jeden verständlich und offen auf der Hand, dass die Blüte an allen Klonen vor der Tür steht. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis alle Klone von Nitida in Blüte stehen.
Ich bin davon überzeugt, dass alle Klone von den Berezowskischen Sämlingen innerhalb einer viel kürzeren Zeit von der Blüte erfasst werden, als die Von Herrn Wilson gesammelte Pflanze der Murielae.
Begründung: die Mehrzahl der Berezowskischen Klone sind schwachwüchsiger als die Art und deshalb weitaus anfälliger. Wie die Klone SIMBA, JUMBO, BIMBO etc. von Murielae auch schwachwüchsiger und anfälliger sind.

Fred Vaupel im Dezember 2002

Blüte bei Fargesia nitida Rätselhafte Blüte an den Sorten von Fargesia murielae
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